Aus den USA nach Deutschland – Der neue Ford EDGE im Test

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Der Markt für SUVs boomt weiter in Deutschland und ganz Europa. Aus diesem Grund heraus hat sich Ford dazu entschlossen seinen SUV Modellen hier zu Lande einen großen Bruder an die Seite zu stellen. Den neuen Ford EDGE.

Er komplettiert das SUV Angebot vorerst nach oben, so dass Ford Deutschland aktuell 3 Crossover anbieten kann. Beginnend beim Ford EcoSport (Basis Ford Fiesta) über den gerade frisch gelifteten Ford Kuga (Basis Focus) bis hin zum großen Ford EDGE (Basis Ford Mondeo/Fusion). Während der Ford EDGE für uns hier in Deutschland und Europa gänzlich neu ist, gehört er im Heimatland der SUVs zum festen Straßenbild. In den USA ist dies bereits der die 2. Generation und überaus erfolgreich. Also was liegt näher diese Erfolgsgeschichte auch in Deutschland und Europa fortzuschreiben?

Die Basis war also schon vorhanden, so mussten nur wenige, aber tiefgreifende Veränderungen am Ford EDGE für den europäischen Markt vorgenommen werden. Für den Kunden am offensichtlichsten ist die Wahl der Antriebe. Denn während es den Ford EDGE in den Staaten nur als Benziner gibt, spielen diese Motoren hier praktisch keine Rolle. So entschied man sich in Köln für die beiden stärksten Turbodieselaggregate mit 180 bzw. 210 PS. Zudem wurde das Fahrwerk gestrafft, die Bremsanlage verstärkt und auch im Detail die Verarbeitung und Materialien verbessert.

Das Resultat im Innenraum kann sich durchaus sehen lassen. Nach einem deutlich erhöhten Einstieg thront es sich gefühlt angenehm hoch hinter dem griffigen 3- Speichen Lederlenkrad. Die gesamten Armaturen kennen wir bereits aus dem Ford Mondeo und hier wie da überzeugt die sachliche Gliederung mit wenig Schnick- Schnack auf Anhieb. Die Verarbeitung ist durchweg gut, wobei Ford hier noch genauer auf das letzte Finish achten sollte. So war zwar der Pressewagen ordentlich verarbeitet, der im Anschluss länger bewegte Mietwagen enttäuschte jedoch mit unsauberer eingepassten Teppichen im Fahrerfußraum und einem nicht passenden Laderaumrollo. Haptisch hingegen ist alles gut und die verwendeten Kunststoffe sind soweit passend, auch wenn die Premiumhersteller und andere Mitbewerber noch einmal feinere Werkstoffe verarbeiten.

Nichts zu bemängeln gibt es hingegen in Sachen Raumgefühl und tatsächlich nutzbarem Stauraum. Während den Fahrer die breite Mittelkonsole hin und wieder etwas in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt, schwärmen die Mitfahrer auf der (leider) nicht verschiebbaren Rückbank von einer hohen Knie- und Kopffreiheit. Auch 3 Erwachsene Personen haben hier durchaus Platz. Der Laderaum ist ebenfalls extrem geräumig und schluckt zu ziemlich jedes Urlaubsgepäck. Zwar ist die Ladekante sehr hoch, wird aber durch eine massive Aluleiste vor unliebsamen Kratzern geschützt. Wem der große Kofferraum mit seinen 800 Litern nicht reicht, der kann die Rücksitzlehnen einfach auf Knopfdruck umlegen unter erhält eine dank ebener Ladefläche einen toll nutzbaren Frachtraum von 1.847 Litern.

ford-edge-tagfahrlichtIst alles einmal korrekt verstaut kann es auch schon losgehen. In meinem Fall in der Topmotorisierung mit dem 2,0 l Vierzylinder Bi-Turbodiesel. Das Triebwerk ist bereits bekannt aus dem Ford Mondeo oder den großen Familienvans (S-Max und Galaxy). Im Ford EDGE ist dieser Antrieb nur mit einem 6-Stufen Doppelkupplungsgetriebe und einem permanenten Allradantrieb verfügbar. Diese Kombination in Verbindung mit dem hohen Gewicht von mindestens 1.949 kg stellt eine solide, aber nicht überaus kraftvolle Vereinigung dar. Begeistert der Antrieb noch mit seiner extremen Laufruhe im Alltagsbetrieb dank der neuartigen Active Noise Control (verborgene Mikrofone im Innenraum zeichnen Hintergrundgeräusche auf, die dann mittels Gegenschall aus den Lautsprechern unterdrückt werden), lässt der Motor bei kräftigen Beschleunigungsvorgängen knurrig wie ein hungriger Bär von sich hören. Nie störend und mit ausreichend Schub geht es dann vorwärts.

Überholvorgänge oder schnelle Autobahnetappen mag der EDGE mit dem Bi-Turbodiesel hingegen nicht. Schuld ist vorwiegend das kräftezehrende Getriebe, dass zu viel Zeit mit seinem Denkprozess vergeudet, als mit Reaktion auf die angeforderte Leistung durch den Fahrer. Auch manuelles Schalten an den serienmäßigen Schaltpaddels bringt hier keine Besserung. Ford wäre hier durchaus gut beraten dieses Doppelkupplungsgetriebe einem modernen 8-Stufen Wandler oder einem schnellerenn Doppelkupplungsgetriebe weichen zu lassen.

Während der Motor hier klar etwas unter geht, rettet den EDGE sein neu abgestimmtes Fahrwerk samt der optionalen Adaptiven Lenkung (aktives verändern der Lenkübersetzung). Gerade die direkt ansprechende Lenkung lässt das große SUV ähnlich handlich wie einen Ford Kuga erscheinen. Besonders im engen Stadtverkehr schafft dies schnell Vertrauen für den Fahrer und so kann er das Dickschiff schnell und problemlos durch die City lotsen. Parklücken kann man dann dem zuverlässigen Ein- und Ausparkassistenten überlassen. Ist man dann aber einmal aus der Großstadt heraus, zeigt der Ford EDGE wieder eine bekannte Ford Stärke. Das ausgewogene Fahrwerk. Kaum ein SUV kann sich hier so gut verkaufen wie das Kölner Produkt. Egal ob schlechter Untergrund oder ein flotter Ritt über kurvige Bergstraßen, der Ford EDGE macht alles mit. So fühlt man sich in ihm immer optimal aufgehoben und gerade dies macht dem großen Ford SUV so schnell keiner nach.

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Wer jetzt Interesse am neuen Ford EDGE hat, kann diesen bereits ab 42.900 Euro beim Ford Partner ordern. Wem jedoch noch eine besondere Brise an Luxus wichtig ist, der sollte sich unbedingt den Ford EGDE Vignale ansehen. Mit der Vignale-Version bietet Ford seit gut 1 Jahr besonders luxuriös ausgestattet Topmodelle an, die neben exklusiven Optionen auch einen besonderen Betreuungsdienst durch den Ford Partner (Fahrzeug Abholung zur Inspektion etc.) beinhaltet.

Ich selbst würde mich wohl für einen Ford EDGE Sport mit dem kleinen Turbodiesel als Handschalter entscheiden und mich dann nicht nur an seiner besonderen Optik und dem riesigen Innenraum erfreuen, sondern vor allem an dem tollen Fahrwerk.

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Hier geht’s zum Mitfahrvideo im neuen Ford EDGE 2.0TDCi Bi-Turbo 4×4:

 

Technische Daten zum Ford EDGE 2.0TDCi Bi-Turbo 4×4

Motor

2,0 l Vierzylinder Bi-Turbo Diesel

Leistung

210 PS // 450 Nm

0 – 100 km/h

9,4 s

Vmax

211 km/h

Verbrauch lt NEFZ

5,9 l/100km // 152 g/km CO2

Testverbrauch

7,6 l/100km

LP Testfahrzeug

~ 52.000 €

 

 

 

Comments (2)

  1. Oli

    Moin,

    kurze Anmerkung zum Testbericht:

    Der Edge hat weine Wandlerautomatik sondern ein 6 Stufen DSG

    Oli

    • Oli du hast recht. Es handelt sich in der Tat um ein Doppelkupplungsgetriebe. Leider ist davon der Praxis nur sehr wenig zu bemerken. Besonders beim anfahren schleift die Kupplung ähnlich einem Wandler und die Schaltvorgänge sind auch sehr weich ausgeführt und mit leichtem Zugkraftverlust.

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