Morgens 7:30Uhr – Der VW e-Golf wartet schon

Es ist ein kühler Montag Morgen und der Weg zur Arbeit ist auch ein Graus. Zu gerne würde man weiter seinen Freizeitaktivitäten nachgehen oder Freundschaften weiter pflegen, doch es ist wieder der erste Tag der Woche, an der es wieder ins Büro geht.
Nach der Verabschiedung der Kinder und der Frau geht es zum Auto. Dem VW e-Golf.

Sie ziehen den Stecker aus der heimischen Wallbox, verstauen das Elektrokabel etwas fummelig im Kofferraum und steigen ein.

Der e-Golf ist bereits flauschig warm im Innenraum denn dank elektrischer Standheizung ist die Wohlfühltemperatur von 22 Grad im Innenraum ab dem ersten Meter vorhanden. Ein lästiges Kratzen der Scheiben ist im Winter dadurch ebenso überflüssig wie ein Lüften im Sommer, denn auch klimatisiert wird elektrisch und bequem an der E-Box.

Der Automatikhebel des 1-Gang Planetengetriebes wird auf „D“ gestellt und leise surren sie unbemerkt vom schlafenden Hund auf die Straße und Richtung Arbeitsstätte.

Ab jetzt ist auch schon fast alles wie von jedem anderen VW Golf gewohnt. Übersichtliches, leicht zu bedienendes Cockpit und saubere Verarbeitung. Das Infotainmentsystem ist nach der letzten Überarbeitung noch einmal edler dank Glasabdeckung, fehlender Drehschalter und auch vielseitiger dank neuer Infotainmentplattform. Mit Hilfe von Smartphone-Apps kann nun nicht nur dem Internetradio gelauscht sondern auch direkt Zugriff auf Fahrzeugdaten erhalten werden. Doch diese sind dann erst wieder später von Bedeutung.

Jetzt gleiten wir ruhig aus dem Ort hinaus. Das Ortsausgangsschild hebt die 50er Begrenzung auf und der noch nicht vorhandene Berufsverkehr lässt die Landstraße friedlich ruhen. Also drauf auf den Pin und sofort schnellt der e-Golf mit Nachdruck vorwärts. Der E-Motor liefert schließlich ohne Verzögerung seine maximale Leistung von 100 kW (+ 15 kW zum Vorgänger) und 290 Nm. So „stromt“ das E-Mobil trotz des hohen Leergewichts von 1.615 kg in nur 9,6 s auf Landstraßentempo. Antriebsgeräusche bleiben dabei komplett außen vor. Einzig ein an die anfahrende Straßenbahn erinnerndes Surren ist zu hören, mehr nicht.

Zwar sind solche Sprintaktionen mit Spaß und Verwunderung bei Passagieren verbunden, im Alltag hingegen schätzen wir andere Dinge. Etwa die unheimliche Ruhe die im Innenraum herrscht während der Fahrt. Einzig das leise Säuseln des Winds an den Seitenscheiben bei Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h oder aber das monotone Abrollgeräusch der Rollwiderstand optimierten Pneus.

Ruhe also, die man wunderbar mit anderen Klängen füllen kann, wie etwa digitaler Musik aus dem DAB+ Empfängers im serienmäßigen Navigationssystem Discover Pro. Natürlich ist auch ein Streamen von Musik via Internetverbindung im überarbeiten VW e-Golf möglich. Die Bedienung des tabletartigen Touchscreen Monitors kann hier mit Gestensteuerung (zum Wechsel des Titels oder Radiosenders), Touch- und Wischbedienung oder noch bequemer mit Hilfe von Sprachsteuerung erfolgen. Das Smartphone lädt dabei wahlweise induktiv oder via USB-Kabel auf und die Displayoberfläche spiegelt sich dank Apple CarPlay oder Android Auto auf den Bordbildschirm.

Nach gut 60 km erreichen wir unser Ziel, die Arbeitsstätte. Die neue Lithium-Ionen-Batterie wurde in ihrem Energiegehalt nun auf 35,8 kWh (ehemals 24,2 kWh) erweitert, weshalb nach Ankunft unsere Restreichweite noch bei 160 km liegt. Ein Aufladen des Akkus an der 230V-Steckdose bleibt uns damit erspart, zumal hier die Ladezeit mit gut 13 Stunden für eine komplette Aufladung zu lang für den Arbeitstag wäre. Eine öffentliche Schnellladesäule ist aber nur wenige hundert Meter von uns entfernt wie mir der Konnektivitätsservice „Inform & Guide“ im Navigationssystem anzeigt. Die von Volkswagen mit dem e-Golf gelieferte Charge & Fuel Card kann hier auch eingesetzt werden und da die Schnellladefunktion ab Werk verbaut wurde ist die Nutzung kein Problem. Der Schnelllader (CCS – Combined Charging System) lädt in nur 40 Minuten den Akku auf 80 % Ladezustand. Der Preis für eine Stunde wird dann bequem per Monatsrechnung an mich geschickt und ich zahle einen Festpreis von 11,90 Euro für eine Stunde. Da wir uns aber beim Bäcker verquatscht haben, wird heute nicht nachgeladen.

Die Zeit verrennt und schon ist wieder Feierabend angesagt.

Vor der Tür steht der Pure White lackierte VW e-Golf und seine neuen Voll-LED Scheinwerfer leuchten mir beim Entriegeln hell entgegen. Schnell rein in die bequeme Golf-Stube und wieder lautlos vom Arbeitsplatz wegrollen.

Die Außentemperatur befindet sich schon im einstelligen Bereich und die Sitzheizung darf nun ihre Arbeit ebenso verrichten wie die elektrische Heizung. Während die Reichweite durch das Zuschalten der Zusatzverbraucher um etwa 15 km sinkt, egalisiert sich dies nach wenigen Kilometern bereits wieder. Der Grund ist die optional erhältliche Wärmepumpe, die nun die Abwärme der Aggregate und der Umgebungsluft nutzt um Wärme für den Innenraum zu verwenden. So bleiben größere Reichweiten-Ängste auch bei kühleren Temperaturen draußen vor der e-Golf Tür.

Es bleibt also genügend Saft im Akku, den wir im Stadtverkehr zusätzlich mit zurückgewonnener Bremsenergie mit Strom füttern können. Dank des „One-Pedal-Driving“ lernen wir nun einen weiteren Pluspunkt des elektrischen Golfs kennen. Wer mit Bedacht fährt benötigt nämlich kaum noch das Bremspedal! Ja, dank der Rekuperation steuern wir mit dem Gaspedal die Höhe dieser zurückgewonnenen Energie und das Fahrzeug bremst wie durch einen Dynamo am Fahrrad sachte ab. Je weiter das Gaspedal zurück genommen wird, um so stärker die zurückgewonnenen Energie und eine höhere Bremsleistung. Wer dieses Spiel optimal beherrscht, braucht das Bremspedal wohl nur noch zum gelegentlich Rost-entfernen der Bremsscheiben.

Im Alltag fährt es sich so unheimlich entspannt. Am Ortsausgangsschild geht es wieder voll aufs Gas, der VW e-Golf prescht nach vorne und vor der Kurve lupfen wir das Gaspedal nur ganz leicht, die Bremslichter der LED-Rücklichter leuchten auf und der e-Golf verzögert ohne die Nutzung des Bremspedals wie von Geisterhand. Nach einer flott genommen Kurve kommt ein erstes Lächeln in der Gesichtsmimik an, denn der e-Golf fährt sich ebenso leichtfüßig wie seine normalen Verbrenner-Kollegen. Klar, wer den deutlich schweren VW e-Golf in engen Kurven auf Messers Schneide bewegt, erntet ein früheres Untersteuern welches besonders bei Nässe sehr frühzeitig einsetzt. Doch im normalen Alltag, macht diese sofort verfügbare Kraft ebenso viel Spaß wie das Ausbalancieren zwischen Beschleunigen und Brems-Rekuperieren über das Gaspedal.

Wem das Spiel mit dem Gaspedal doch mehr Mühe bereitet, kann sich auch hier auf den schlauen e-Golf verlassen. Denn dieser kann dank prädikativer Streckendaten rechtzeitig dem Fahrer die Empfehlung zum „Fuß vom Gas“ geben. Dazu werten Steuergeräte die Daten des Navigationssystems unter Berücksichtigung von kommenden Tempolimits, der Topographie der Landschaft und der Straßenführung aus. So besteht für den Fahrer unter Beachtung dieser Eco-Tipps die Möglichkeit nicht nur flüssiger zu fahren, sondern auch Strom zu sparen und die Reichweite des VW e-Golf zu erhöhen. So wird das serienmäßig verbaute Navigationssystem Discover Pro mit seinem großen Display zum oft genutzten Wegbegleiter.

Nach weiteren 60 km Arbeitsweg sind wir dann wieder in unserem Heim angekommen und unser VW e-Golf darf in der Garage an seine Ladesäule gehängt werden. Trotz einer verbleibenden Restreichweite von 90 km ist es nun wieder an der Zeit die Akkus aufzuladen. Wie auch der Mensch, tut dies der VW e-Golf am liebsten über Nacht.

Am nächsten Morgen geht das Spiel dann wieder auf ein neues los und der e-Golf ist wieder fit für neue Taten.

Soll ich mir jetzt den VW e-Golf kaufen?

Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Leider bleiben einige Faktoren wie die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten, besonders am Wohn- und Arbeitsort ein entscheidender Faktor für die Kaufentscheidung. Günstig ist es leider auch noch nicht, zumal ein VW e-Golf bei 35.900 Euro beginnt und in der hier gezeigten Ausstattung bei rund  44.500 Euro liegt.
Das elektrische Fahrgefühl ist jedoch einmalig. Zudem bietet der VW e-Golf nur geringe Einschränkungen in seiner Variabiliät gegenüber den Verbrenner-Kollegen. Die nun praxisnahe Reichweite von locker 200 km macht den VW e-Golf zudem jetzt deutlich alltagstauglicher und für Pendler gut nutzbar. Somit wäre es durchaus einmal an der Zeit zum umdenken und prüfen, ob ein solch umweltfreundliches Fahrzeug nicht doch passend für den Alltag wäre.

Ach ja, wer dann doch einmal längere Strecken plant, kann 2 Jahre lang von Volkswagen auf einen kostenlosen Leihwagen für insgesamt 30 Tage im Jahr zurückgreifen. Dadurch wären auch Urlaubsfahrten mit einem VW Touran oder Multivan durchaus attraktiv.

 

Technische Daten des VW e-Golf 2017:

Motor

Permanentmagneterregte Synchronmaschine

Leistung

100 kW (136 PS) // 290 Nm

Ladezeit 230V-Steckdose

~ 13Stunden

Ladezeit DC 40kW

45min für 80% Akku-Kapazität

Verbrauch lt NEFZ

12,7 kWh/100km

Reichweite lt NEFZ

300 km

Reichweite praxisnah

200 km

0 – 100 km/h

9,6 s

Vmax

150 km/h elektronisch abgeregelt

Gepäckraum

341 – 1.231 ltr

Leergewicht

1.615 kg

Gewicht Akku-Paket

345 kg

Grundpreis

35.900 Euro

Testwagenpreis

~ 43.000 Euro

Hier geht es zur Mitfahrt im neuen VW e-Golf Modelljahr 2017:

Auch meine Blogger-Kollegen haben Ihre Meinung zum VW e-Golf:

Bernd von Autonotizen.de sieht die Vorzüge des VW e-Golf in der Vielseitigkeit gegenüber anderen E-Fahrzeugen

Matthias & Anja haben den VW e-Golf ins Bergland von Mallorca enführt und zeigen Euch wie die E-Reichweite auch in den Bergen ausreichend ist auf Motoreport.de

Auch als gelernter Kfz-Mechaniker und nicht ausgebildeter Elektriker drehte Oli Walther seine Runde um VW e-Golf

 

Comment (1)

  1. […] Update für den VW e-Golf – Praxisnahe Reichweite und erholsame Stille […]

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