Mit seinem Design hat sich die Marke grundlegend verändert. Weg vom Biedermann hin zum frischen Alltagskönner mit Flair. Gemeint ist der Skoda Superb der 3. Generation.

Eingeführt wurde die aktuelle Version des Skoda Superb vor gut 2 Jahren und sorgt mit dem dynamischeren Design für ein Aufmerken im Konkurrenzumfeld sowie intern im Volkswagen Konzern. Waren die Tschechen bis dato immer sehr konservativ in ihrer Designsprache, durfte man sich beim neuen Superb frei ausleben und musste nur bedingt auf den Klassenprimus VW Passat aus dem Mutterkonzern achten.

Heraus kam eine frische Optik mit Stolz geschwelltem Kühlergrill samt großem Markenlogo. Klassische Formensprachen wurden mit dynamischen Elementen wie etwa Scheinwerfer und Rückleuchten kombiniert zu einer eleganten Limousine. Als dann kurze Zeit später die besonders in Deutschland erfolgreiche Kombiversion vorgestellt wurde, schien auf einmal der Spruch „Schöne Kombis heißen Avant“ schnell umgetauft auf
„der schönste VAG Kombi heißt Skoda Superb“

In einer ersten Kontaktaufnahme konnte ich bereits zur Vorstellung den Skoda Superb Combi in seiner stärksten Version als 2.0 TSI 4×4 mit kräftigen 280 PS fahren und für Euch berichten. Doch nun stand für den Alltagstest eine der am häufigsten nachgefragten Modellvarianten zum Test bereit. Der Skoda Superb Combi 2.0TDI (190 PS) DSG.

Optisch in einem dezenten blau-grau lackiert (Quarzgrau metallic) kommt der gestreckt wirkende Skoda Superb Combi überaus elegant daher. Leider kaschiert die dunkle Lackierung die schön gezeichneten Sicken und Kanten, so dass fast wieder ein biederer Eindruck auf den Betrachter einwirkt.
Farbenfrohe Naturen können zur gerade erst ausgelieferten Sportline greifen. Diese verfügt nicht nur über spezielle dynamische Ausstattungsdetails, sondern auch optional über zwei knallige Farbtöne in leuchtendem Rot (Corridarot) oder Gelb-Gold (Dragonskin Gold).
Das ist dann zwar nicht jedermanns Geschmack, der Innenraum hingegen ist es uneingeschränkt.

Alle Armaturen sitzen am rechten Fleck, die Bedienung gibt keine Rätsel auf und die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Durch die empfindliche, hellgraue Innenausstattung in Leder-Alcantara wirkt der bereits riesige Innenraum noch einmal deutlich luftiger. Besonders die Rückbänkler freuen sich traditionell über fürstliche Beinfreiheit. Das Gepäckabteil fasst nominell 660 – 1.950 Liter, was in der Praxis schlicht bedeutet, dass nichts zurückgelassen werden muss. Wer es dennoch schafft die Ladekapazität im Innenraum auszuschöpfen, hat noch die Möglichkeit einen bis zu 2.000 kg schweren Anhänger mit sich zu führen.

Beim Infotainment kann der Kunden zwischen zwei Navigationssystemen mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen wählen und wer ein besonderes Klangerlebnis beim Autofahren schätzt, kann das optionale CANTON Soundsystem für einen schmalen Taler ordern. Apple CarPlay oder Android AUTO sind mit Hilfe von Skoda SmartLINK auch kein Problem und dienen zur weiteren Verbesserung der Konnektivitätslösungen im großen Tschechen. Wer dann auch noch ein induktiv zu ladendes Smartphone besitzt kann dieses in der Phonebox mit Energie versorgen lassen und via Bluetooth schnell und einfach ins Fahrzeug integrieren.

Doch was wäre ein modernes Auto von heute ohne moderne Assistenzsysteme. Auch diese können beim Skoda Superb Combi optional auf neuestem Stand ab Werk geordert werden. Vom automatischen Ein- und Ausparken über den Abstandsregeltempomaten mit Stopp & Go Funktion bis maximal Tempo 210 oder zum aktiven Spurhalteassistent inklusive Totewinkelüberwachung. Der Tscheche ist up-to-date und alle Systeme arbeiten ruhig und nicht zu bevormundend. Besonders der aktive Spurhalteassistent bringt auf langen Autobahnetappen eine spürbare Entlastung, wenn die weißen Fahrbahnmarkierungen erkannt wurden durch die Kameras. So kommt man nicht nur schnell und bequem zu einem Zielort, sondern auch überaus entspannt. Neben den Assistenzsystemen trägt aber auch der Antrieb entscheidend zur entspannten Reise bei.

Während Kollege Bernd Conrad vor einiger Zeit den Skoda Superb Combi als 2.0TSI testen konnte, arbeitet unter der Haube meines Skoda Superb Combi 2.0 TDI der Selbstzünderkollege. Ganz der Hierarchie im Mutterkonzern unterworfen, ist im Superb der 190 PS Diesel das höchste der Gefühle im Selbstzünderprogramm, während der Volkswagen Passat den 2-Liter Bi-Turbo Diesel mit strammen 240 Pferchen für sich beanspruchen darf.

So starten wir also das Turbodieselaggregat via Start-Knopf und schnell springt der Selbstzünder auch bei Minusgraden an und läuft dann unter akustischer Präsenz ruhig mit sanften Vibrationen. Der Wählhebel des 6-Stufen Doppelkupplungsgetriebes fällt leichtgängig auf „D“ und der Dampfer setzt sich in Bewegung.

Der Durchzug weiß im Alltag immer zu überzeugen, Überholmanöver auf der Landstraße sind ebenso flott erledigt wie auch lange Autobahnetappen mit hohem Tempo oberhalb von 160 km/h. Der Verbrauch steigt zwar über dieser Marke noch einmal deutlich an, aber Werte höher als 8 l/100km sind praktisch nicht darstellbar auf Dauer. Sobald das Tempo wieder ruhiger wird, sinkt der Verbrauch deutlich ab.

Auf meinen Testfahrten über einen Zeitraum von 14 Tagen kam ich insgesamt auf einen guten Wert von knapp unter 7 l/100km. Gerade in Anbetracht vieler Autobahnkilometer und dem hohen Gewicht von rund 1,7 t ist das vorzeigbar.

Was ich jedoch weiterhin ablehnen würde, ist das 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Zwar sind die Schaltvorgänge wunderbar flott und ohne Zugkraftunterbrechung, aber die Spreizung der Gänge ist hier einfach zu eng, was das Drehzahl- und Geräuschniveau nur unnötig in die Höhe treibt. Spätestens mit der nächsten Modellüberarbeitung dürfte jedoch dieses Problem mit dem neuen 7-Gang DSG (aktuell schon im Skoda Kodiaq verbaut) gelöst sein.

Läuft der Skoda Superb Combi aber erst einmal auf der Straße, dann vergisst man schnell vieles um sich herum. Durch das optionale, adaptive Dämpfersystem wird der Federungskomfort im großen Tschechen spürbar verbessert. Besonders auf der Autobahn federt der Superb wunderbar sanft und filtert in der „Comfort“-Stellung nahezu jede Unebenheit weg. Sanft wippt die Karosserie auf welligem Untergrund nach ohne dabei aber schauklig bei zügiger Kurvenfahrt zu sein.

Einzig die erhöhten Wind- und Abrollgeräusche lassen schnell den Wunsch nach dem Schwestermodell VW Passat aufkommen bei Vielfahrern. Gerade durch die Akustikverglasung ist dieser deutlich ruhiger im Innenraum bei höheren Geschwindigkeiten was zu einer merklichen Entspannung auf längeren Etappen führen kann.
Besonders stark werden diesen Unterschied vermutlich nur Langstreckenfahrer als negativ empfinden oder Kunden anderer Hersteller. Zum insgesamt ruhigen Charakter des Skoda Superb will dieser Makel aber nicht so recht passen.

Abseits der Autobahn sind aber andere Qualitäten als die Akustik im Innenraum gefragt. Besonders eine rückmeldungsfreudige und nicht zu schwergängige Lenkung beispielweise mit der hier gedient werden kann. Auf Grund des optionalen DCC-Fahrwerks punktet der Superb Combi weiter. Hat man sich einmal durch die vier vorprogrammierten Fahrmodi „gefahren“ (Eco, Comfort, Normal, Dynamik), der wird vermutlich schnell im freikonfigurierbaren Modi „Individual“ hängen bleiben.
So habe ich persönlich die Lenkung stets auf Dynamik, das Fahrwerk auf Comfort und den Antrieb auf Normal gestellt und konnte so nahezu jede Fahrsituation optimal abdecken. Die Lenkung war wunderbar straff mit guter Rückmeldung, das Fahrwerk eine Wohltat für den Rücken und der Antrieb zu jederzeit für einen Sprint bereit wenn ich es gebraucht habe.

Am Ende ist es eine Mischung aus nahezu verschwenderischen Platzverhältnissen, tollem Alltagskomfort und einem richtig guten Preis-/Leistungsverhältnis die  den Skoda Superb Combi fast perfekt macht.
Ja sie lesen richtig, fast.
Denn auch das Aushängeschild der tschechischen Marke hat kleine Unschönheiten. Besonders im Bereich der Sitze könnte Skoda noch einmal nachbessern und hier nicht nur mehr Beinauflagefläche bieten, sondern insgesamt bequemeres Gestühl für Langstreckenfahrten. Ebenso ist es an der Zeit das veraltete DSG aus der Palette zu nehmen und durch das neue 7-Stufen DSG zu ersetzen und die Akustikverglasung aus dem VW Passat auch dem Skoda Superb Combi zugänglich zu machen. Sollten diese Punkte zum Modelljahr 2018 verbessert werden, so dürfte einem weiteren Verkaufserfolg und neuer Käuferschaft nichts mehr im Wege stehen.

Technische Daten zum Skoda Superb Combi 2.0 TDI (190PS) DSG:

Motor 2,0 l Vierzylinder Turbodiesel
Leistung

140 kW ( 190 PS) // 400 Nm

Getriebe

6 – Stufen Doppelkupplung

0 – 100 km/h

7,8 s

Vmax

233 km/h

Tankvolumen

66 ltr

Leergewicht

1.575 kg

Zuladung

640 kg

Kofferraumvolumen

660 – 1.950 ltr

Testverbrauch

6,7 l/100km

Verbrauch lt Werk nach NEFZ

4,6 l/100km & 127 g/km CO2

Einstiegspreis

36.750 Euro

Testwagenpreis

49.525 Euro

 

Hier geht’s zur Mitfahrt im Skoda Superb Combi 2.0 TDI DSG:

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