Fahreindruck – Skoda Superb Combi 2.0TSI DSG 4×4 Laurin & Klement

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Wer an die tschechische Marke Skoda denkt, dem fallen schnell Attribute wie Zuverlässigkeit, günstiger Preis und hohe Variabilität ein. Zugleich hat man mit Skoda meist auch ein eher biederes Design verknüpft.
Doch damit ist nun Schluss seit der Einführung des neuen Skoda Superb. Skoda hatte bereits 2012 mit dem Rapid eine neue Designsprache eingeläutet, die beim Aushängeschild der Marke perfektioniert wurde. Der Superb bekam ein deutlich sportlicheres Äußeres mit vielen Sicken und Kanten. Das bis dato eher rundlichere Design wurde mit der neuen Linie fast komplett begraben und nun herrscht eine lebendige und deutlich unruhigere Linienführung. Dabei entstand ein markanteres Gesicht und eine sportliche, frische Gesamtoptik.
Die Käufer des Superb schätzen besonders seinen luftigen Innenraum und den großem Kofferraum. Nun stellten die Tschechen vor wenigen Monaten die 3. Generation der Limousine vor und begeisterten sowohl die Skoda-Fans als auch die Fahrer anderer Marken.
Wer jedoch noch mehr Platz braucht, dem bieten die Tschechen seit 2009 eine Kombiversion an. Diese erfreut sich besonders im Kombi-verliebten Deutschland sehr hoher Beliebtheit. Kein Fahrzeug in dieser Preiskategorie bietet mehr Platz für Kind, Hobby oder Geschäft als der Skoda Superb Combi.

Es gab jedoch zwei wesentliche Mankos beim Superb.
Zum einen blieb die Technik immer einen Schritt hinter den aktuellen VW-Modellen (hier insbesondere der VW Passat) zurück. Zum anderen war eben das eher biedere Design einfach kein Kaufargument für dieses Fahrzeug. Erst mit dem Facelift 2012 änderte sich die Form in eine elegante, aber immer noch eher langweilige Erscheinung.
Die Technik blieb weiterhin antiquiert, was jedoch dem Erfolg des Superb keinen Abbruch tat. So wurden bis zur Einführung des neuen Kombis bereits 200.000 Fahrzeuge der ersten Superb Combi Generation gebaut und verkauft. Diese Zahl soll und wird der neue Lastenesel bestimmt locker toppen …

DSkoda Superb Combi 2.0TSI 4x4_002och was zeichnet nun das neue Modell besonders aus?
Zunächst einmal ist der Innenraum noch ein weiteres Stück gewachsen, was man sich als Besitzer des Vorgängers kaum vorstellen kann. Doch die Tschechen haben es dank der neuen MIB-Plattform (modulare Infortainment-Baukasten) des VW Konzerns geschafft, den Radstand zu verlängern und mehr Innenbreite zu bieten. So wuchs der Kofferraum auf gigantische 660 l Basisvolumen, welches sich problemlos auf maximal 1.950 l steigern lässt. Einzig die etwas stärker abfallende Heckpartie beim neuen Modell dürfte die mögliche Beladung etwas einschränken. Doch auch so bietet das neue Modell mehr Stauraum als das bekannt riesige T-Modell der Mercedes E-Klasse.
Ordert der Kunde im Superb noch die umlegbare Beifahrer Sitzlehne, dann lassen sich sogar Gegenstände von 3,10 m Länge quer einladen.
Neben dem riesigen Kofferraum stieg auch die Beinfreiheit im Fond auf üppige 157 mm, so dass sich selbst 2 m Personen lässig und entspannt hinter den Vordersitzen ausbreiten können. Auf den Vordersitzen ist es nun auch noch einen Tick luftiger geworden und dank neuer, sehr komfortabler Sitze bequemer denn je.

Auch der Marken-Slogan „Simply Clever“ wurde einmal mehr verstärkt mit insgesamt 30 ausgeklügelten Alltagsideen, wovon 21 neue komplett neue Lösungen sind.
So gibt es in der Mittelkonsole nun einen Getränkehalter, der kleine 0,5l-PET Flaschen aufnimmt und so verankert, dass man die Flasche mit einer Hand öffnen und schließen kann. Der für den Superb bekannte Regenschirm samt Halterung, wurde nun um einen zusätzlichen Schirm auf der Beifahrerseite ergänzt, und im Kofferraum kann die Beleuchtung einfach herausgenommen und als LED-Taschenlampe genutzt werden.
Für die Kids im Fond gibt es nun eine variable Halterung für Tablets oder Smartphones, welche an den Kopfstützen der Vordersitze befestigt werden können. Dank der kostenfreien App „Skoda Media Command“, kann der Nachwuchs nun sogar über das Tablet auf die Multimediaeinstellungen des Radios Zugriff erhalten.

Skoda Superb Combi 2.0TSI 4x4_008Beim Infotainment greift Skoda nun auf die neuen Systeme aus dem modularen Querbaukasten zurück inklusive vieler Assistenzsysteme.
Das Navigationssystem ist nun dank Apple CarPlay, MirrorLink™ und Android Auto sowie einem WLAN-Hotspot samt schnellem LTE auf dem aktuellen Stand der Technik.
Bei den Assistenzsystemen sind neben einem aktiven Abstandstempomaten ein Toterwinkel-Assistent und ein City-Notbremssystem erhältlich. Das Ein- und Ausparken kann der neue Superb auf Wunsch auch von alleine übernehmen. Auf Extras wie ein Head-Up Display oder den stärksten Turbodiesel muss der Skoda Superb aber leider verzichten.
Die Verarbeitung des neuen Skoda Superb Combi wurde weiter gesteigert und wirkt sehr hochwertig. Alle Anbauteile wurden bestens eingepasst, sodass auch bereits bei den Vorserienmodellen die Spaltmaße schon sehr gut sind.

Unter der Motorhaube des zur Testfahrt bereit stehenden Skoda Superb Combi arbeitete das stärkste Benziner Triebwerk. Der aus dem VW Golf R bekannte 2,0 l Vierzylinder Turbomotor mit Benzindirekteinspritzung entwickelt eine Spitzenleistung von 206 kW (280 PS) und 350 Nm Drehmoment.
Dank serienmäßigem 4×4 Allradsystem und dem 6-Stufen Doppelkupplungsgetriebe wird der große Kombi in nur 5,8 s aus dem Stand auf die obligatorische Marke von 100 km/h beschleunigt. Der Vortrieb endet dann bei einer Höchstgeschwindigkeit von flotten 250 km/h.
Die Laufkultur des TSI ist vorbildlich, da der Motor angenehm ruhig läuft und mit nur geringen Vibrationen im Alltag erfreut. Das Temperament hingegen ist etwas enttäuschend in Anbetracht der angegebenen Nennwerte. Hierfür gibt es 2 Gründe:
Skoda Superb Combi 2.0TSI 4x4_011Zum einen ist da das serienmäßige Allradsystem, welches die Leistung unspektakulär auf die Straße bringt und so Leistungsmangel suggeriert. Zum anderen ist da der große Abgasturbolader dieses Triebwerks. Um richtig auf Touren zu kommen, braucht er hohe Drehzahlen. Erst ab 3.500 U/min erwacht das Triebwerk aus seinem gefühlten Winterschlaf und schiebt dann allerdings richtig kräftig und mit Nachdruck die Fuhre nach vorne.
Die Gangwechsel erfolgen dank des zugkraftfrei arbeitenden Doppelkupplungsgetriebes zügig, wenn auch nicht immer angenehm weich. Zudem ist das Getriebe leider immer noch zu kurz übersetzt. So liegen bereits bei 130 km/h knapp 3.000 U/min an, was unnötig hoch ist und zu erhöhter Lärmentwicklung sowie gesteigerter Trinkfreude führt. Der Verbrauch des Topmotors liegt mit ca. 9 – 10 l/100km im Alltag auf einem hohen Level, doch von nichts kommt bekanntlich eben auch nichts. Und da der Turbolader erst recht spät mit voller Kraft einsetzt, dreht man das Triebwerk oftmals recht hoch aus.
Aus diesem Grund liegt die Empfehlung klar auf dem 190 PS Turbodiesel, da dieser gefühlt ähnlich kräftig im Durchzug ist, aber wesentlich weniger Treibstoff verbrennt. Erst recht, wenn man auf das kurz abgestimmte DSG verzichtet und zum serienmäßigen 6-Gang Handschaltgetriebe greift. Dieses passt perfekt zum drehmomentstarken Turbodiesel und so ist auch schaltfaules Bummeln im Stadtverkehr mit ca. 1.200 U/min problemlos möglich.
Wer vorausschauend unterwegs ist, der kann problemlos Werte unterhalb von 5 l/100km realisieren, ohne dabei ein Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer zu sein.

Skoda Superb Combi 2.0TSI 4x4_009Ist man dann mit dem neuen Superb Combi unterwegs, gibt es derzeit ein Ausstattungsdetail, welches besonders hervor zu heben ist: Die dynamische Dämpferkontrolle (DCC). Das adaptive Fahrwerkssystem passt die Dämpfer in 3 Stufen den Wünschen des Fahrers an. So kann dieser zwischen Komfort, Normal und Sport wählen. Der Sport-Modus kann jedoch vernachlässigt werden, da dieses Auto den Fahrer nicht zum schnellen Fahren animiert, sondern eher entspannend auf ihn einwirkt. Die Federung spricht direkt an, vermittelt aber eine gewisse Nervosität ohne jedoch an Handlichkeit bei Kurvenfahrt gewinnen zu können.
In der Normalstellung besitzt das Fahrwerk bereits ein hohes Schluckvermögen im Federungskomfort. Nur bei üblen Verwerfungen durch Teerflicken gelangen unschöne Schläge in den Innenraum und zu den Passagieren.
Wechselt man dann auf Komfort, beweist der Superb, wie wunderbar diese Einstellung zum Kombi passt. Die Federung spricht sensibel auf alle Unebenheiten an und schwingt bei Wellen angenehm leicht nach. Nur die Hinterachse neigt im unbeladenen Zustand beim Überfahren von breiteren Querfugen ab und an zum leichten Trampeln.
Auf der Autobahn und bei hohem Tempo begeistert der Superb Combi mit gutem Geradeauslauf und hoher Spurtreue. Die Lenkung bietet eine angenehme Rückmeldung, ist aber einen Tick zu leichtgängig. Bei schnellen Richtungswechseln lässt sie zudem ein wenig an direkter Rückmeldung vermissen. Für den Stadtverkehr hingegen ist sie wunderbar ausbalanciert und ermöglicht mit der erhöhten Servounterstützung ein souveränes Rangieren.

Ingesamt bleibt somit ein durchweg positiver Eindruck vom neuen Flaggschiff der Tschechen. Das typische Markenimage wurde noch einmal geschärft. So bietet der Superb Combi noch mehr clevere Detaillösungen für den Alltag, gesteigerte Platzverhältnisse und dank optionaler Dämpferverstellung einen nie gekannten Fahrkomfort.
Der starke TSI-Motor hingegen passt nicht so recht zum Charakter des Superb und sollte daher ausführlich probe gefahren werden, ehe man sich für ihn entscheidet.
Meine Empfehlung wäre in jedem Fall der kräftige und sparsame 2,0 l Vierzylinder Turbodiesel als Handschalter, da das DKG mit seinen 6-Fahrstufen leider immer noch zu kurz übersetzt ist und damit den Verbrauch unnötig in die Höhe treibt.

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Comments (3)

  1. […] Fahreindruck ? Skoda Superb Combi 2.0TSI DSG 4×4 Laurin & Klement, gefunden bei ubi-testet.de (0.2 Buzz-Faktor) […]

  2. Mario

    Schöner Bericht zu einem tollen Auto! Kleine Anmerkung: Die 3,10m langen Gegenstände werden wohl eher längs als quer eingeladen. Sähe sonst auch blöd aus bei einem Auto, das inklusive Spiegel rund 2m breit ist 😉

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